Der Binet-Simon-Test von 1905 gilt als Beginn moderner Intelligenztests. Warum die alte Apfel-und-Münze-Geschichte keine gleichwertige Testgeschichte ist.
Die kurze Antwort
Alfred Binet und Théodore Simon entwickelten 1905 einen frühen modernen Intelligenztest. Die ursprüngliche Quizangabe zum 16. Jahrhundert ist dafür kein belegter Ausgangspunkt.
In diesem Artikel
Für die Geschichte moderner Intelligenztests ist 1905 die entscheidende Jahreszahl. Damals entwickelten Alfred Binet und Théodore Simon ihr Verfahren zur systematischen Einschätzung kindlicher Leistungen.
Wofür der Test gedacht war
Der Test entstand im Zusammenhang mit pädagogischen Entscheidungen über Kinder. Statt eines einzelnen Eindrucks sollten unterschiedlich schwierige Aufgaben eine vergleichbarere Grundlage schaffen. Die Hamburger Bildungsbroschüre zur Begabtenförderung beschreibt diese Entwicklung und ordnet sie in die spätere Intelligenzdiagnostik ein.
Intelligenztest und IQ sind nicht dasselbe
Der Begriff Intelligenzquotient wird mit William Stern und dem Jahr 1912 verbunden. Die historische Berechnung über Intelligenzalter und Lebensalter darf nicht einfach mit heutigen Testwerten gleichgesetzt werden: Moderne Verfahren vergleichen Leistungen mit einer Bezugsgruppe.
Ein Quizresultat ist wiederum kein IQ-Test. Wissensfragen hängen stark davon ab, was jemand gelernt, gelesen oder erlebt hat. Ein professionelles Testverfahren besitzt ein festgelegtes Vorgehen und eine begründete Auswertung.
Was an der alten Antwort zu korrigieren ist
Die ursprüngliche Erzählung über die Wahl zwischen Apfel und Münze im 16. Jahrhundert wurde nicht als belastbarer Ursprung moderner Intelligenztests bestätigt. Die präzisere Quizfrage lautet daher: „In welchem Jahr entwickelten Binet und Simon ihren Intelligenztest?“ Antwort: 1905.
Quellen zum Nachlesen
- Landesinstitut Hamburg: Begabtenförderung, Geschichte der IntelligenztestsBinet-Simon 1905, Stern 1912 und Interpretation von Testwerten